Das Haus

Das Gebäude mit dem Hausnamen „Lederermayer“ liegt im Ortszentrum von Unterach am Attersee. Der insgesamt dreigeschossige Giebelbau zeigt eine fünfachsige Front, rechtsseitig ist ein kleiner Anbau. Das Haus stammt aus dem 17./18. Jahrhundert und ist in außergewöhnlicher Weise authentisch erhalten. Das Gebäude ist sowohl im Josephinischen Lagebuch von 1787 sowie im Alten Grundbuch (AGB), das 1790-1793 angelegt wurde, verzeichnet (siehe Link).
Damals trug es den Hausnamen „Schützingergütl“ bzw. „Hollerwegerhaus samt Fischbehalter“ – als Besitzer werden Martin und Eleonora Hollerweger angeführt.

Es handelt sich um ein ehemaliges Bauernhaus vom Typ des quer geteilten Einhauses, in dem sich im rückwärtigen Teil ein kleiner Stall zur Unterbringung einiger Nutztiere befindet.

Front

Das Gebäude (vormals Unterach 48, heute Hauptstraße 12) hat eine schlichte Putzfassade sowie Sprossenfenster mit Jalousienläden, die Hausrückseite ist mit Holzschindeln verkleidet.
Besonderheiten der Baukultur sind auch in der Ausbildung des Daches zu erkennen, etwa der so genannte Attersee-Giebel oder der geschwungene Dachfuß (Ortgang), der die Zugehörigkeit zur Hauslandschaft des Hausruckviertels dokumentiert.

Seitenansicht

Bedeutend im Inneren sind die kunstvollen Stuckarbeiten und weitere baulich wie volkskundlich bemerkenswerte Details: darunter z. B. die Haustür (Rechteckportal in Steingewände, rautenförmig aufgedoppeltes, einflügeliges Türblatt mit Eisennägelbeschlag und zugehörigen Beschlägen) sowie das darüber befindliche Hausbild an der Fassade, das noch nicht restauriert wurde und daher noch die ursprüngliche Aussagekraft besitzt.

Im zugehörigen Stadel, der in Holzständerbauweise  ausgeführt und bis kurz nach der Jahrtausendwende erhalten war, wurde früher Leder gegerbt – daher der Hausname „Lederermayer“. Insgesamt repräsentiert die Anlage den Typus der Kleinstlandwirtschaft, wie diese bis nach dem zweiten Weltkrieg auch im Attergau vorherrschend war.

Die letzte Besitzerin des Hauses war Elisabeth-Charlotte Schuster-Roither. Sie liebte Katzen – über ein Dutzend lebte mit ihr im Haus. Aus diesem Grund ist das Haus im Ort auch als „Katzen-Lotte-Haus“ bekannt.

Im Jahr 1996 wurde für das Objekt die Unterschutzstellung beantragt und seit 2001 steht das gesamte Anwesen unter Denkmalschutz. Nach dem Tod von Fr. Schuster-Roither im Jahr 2009 ging das Gebäude in den Besitz der Gemeinde Unterach am Attersee über.

Stall

Der kleine Stall im rückwärtigen Teil des Gebäudes. (Alle Fotos auf dieser Seite stammen von Erich Unteregelsbacher.)