Aktuelles

Eine (fast) authentische Weihnachtsgeschichte

Aus der Geschichte des Lederermayerhauses

Am l. Adventsonntag anno 1896 erfolgte, nach Bewilligung des hochwürdigen bischöflichen Ordinariates, die feierliche Einweihung der Kreuzkapelle, die etwas oberhalb des Hauses am sogenannten Oberweg errichtet wurde. Möglicherweise wollte sich Hr. Jakob Mayer, Lederermeister in Unterach Nr. 48 damit ein Denkmal setzen. Die Einweihung selbst nahm nachmittags Pfarrer Dr. Josef Lohninger vor. Zahlreiche fromme Zuschauer waren Zeugen dieses einmaligen Ereignisses. Am darauffolgenden Heiligen Abend strich Kater Ludwig, von seinem Besitzer liebevoll Wickerl genannt, schon nachmittags ungeduldig um sein Weihnachtsschüsserl herum. Jedes Jahr um diese Zeit gab es nämlich eine Extraportion fein gehackter Leber als Weihnachtsgabe. Aber das Schüsserl blieb leer und Wickerl war noch ungeduldiger als so manches erwartungsvolles Kind. Der Hausherr war damit beschäftigt noch rasch einen Weihnachtsbaum zu besorgen. Die Ledermacherei ist nämlich ein schwerer Beruf. Die beim Gerben freiwerdenden giftigen Dämpfe und das Anbringen der gegerbten Häute auf den Trockenleinen erfordert viel Kraft und Mühe. Da kann es schon passieren, dass man auf etwas vergisst. 

Es war schon spät und wurde langsam dunkel. Wickerl war zutiefst enttäuscht und ungeduldig. Er beschloss das Haus, in dem ihm so übel mitgespielt wurde, für immer zu verlassen. Doch dieser Trotz sollte ihm fast zum Verhängnis werden: Er lief beim Verlassen des Hauses direkt in die Arme zweier herumstreunender Hunde die mit lautem Gebell sofort auf ihn los gingen. Da er aber über die besseren Ortskenntnisse verfügte, lief er so rasch er konnte und benutzte die Spuren die die Unteracher beim Besuch der Kapelle im Schnee hinterließen als Fluchtweg. Dieser Weg, der gerade durch das Grundstück von der Hauptstraße aus zum Oberweg führte, war zur Benutzung aller Unteracher vom Hausbesitzer frei gegeben worden. Zitternd vor Kälte erreichte er die Kapelle und sprang mit einem Satz rauf in eine Ecke in der Blumen und Kerzen standen. Er, der Hr. Kater, der im ganzen Ort bei den Kätzlein als Obermauser, was das auch immer heißen mochte, bekannt und berühmt war, war auf der Flucht. Was für eine Schande! Doch noch größer war die Angst vor den Hunden und so stand er mit aufgestelltem Buckel zitternd da. Als er sich umblickte sah er das, von vielen Kerzen erleuchtete, goldene Kreuz und es war ihm als ob sich Jesus zu ihm beugen würde um ihm Mut zu machen. Auf einmal wurde er dem feierlichen Augenblick gewahr. Überall glitzerte und funkelte es und fromme Menschen hatten gepaart mit Fürbitten, liebevoll die Kapelle geschmückt. Es roch nach Kerzen und Tannenreisig und plötzlich war es ruhig und feierlich um ihm geworden. Er schwor sich nie wieder so töricht zu handeln, denn es hätte ihm fast das Leben gekostet. Die Hunde hatten in der Zwischenzeit ein anderes Opfer gefunden und waren so rasch verschwunden wie sie gekommen waren. Er trollte sich zurück zum Haus und fand die Weihnachtsgesellschaft in der Stube, den Rosenkranz betend, vor. Er aber schlich gesenkten Hauptes zu seinem Weihnachtsschüsserl. Und siehe da: Es war bis zum Rand voll mit der köstlichen Weihnachtsgabe. Nachdem er sich genüsslich den Bauch vollgeschlagen hatte, verrollte er sich hinter dem Ofen und schlief ein. Im Traum bedankte er sich nochmals beim lieben Gott für die wundersame Rettung vor den Hunden und für SEIN Weihnachtsschüsserl.

Das Team Projekt Lederermayerhaus wünscht ihnen ruhige und besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Präsentation im Gemeindevorstand

Am Dienstag, dem 30. März, wurde im Gemeindevorstand der aktuelle Status im Projekt Lederermayerhaus präsentiert. Ziel war es einen möglichst breiten Konsens in der Gemeinde über das weitere Vorgehen bei der Revitalisierung des Gebäudes sicherzustellen und gemeinsam mit den beiden Fraktionen die nächsten Schritte im Projekt zu besprechen.

Um den voraussichtlichen Finanzbedarf der Gemeinde für die erste Bauetappe (Gesamtkosten 204.000 Euro) genauer abschätzen zu können wurde vereinbart, dass eine detaillierte Arbeitsliste und ein Bauplan erstellt wird. Gerade in der ersten Bauetappe sind viele Eigenleistungen möglich. Trotz Berücksichtigung der zu erwartenden Förderungen durch Bund und/oder Land und der seitens des Vereines bisher gesammelten Spenden wird die finanzielle Hauptlast auf kommunaler Ebene zu tragen sein. Wir hoffen, dass diese Mittel von der Gemeinde Unterach im durch die Corona-Pandemie schwierigen Jahr 2021 aufgebracht werden können.

Beigefügt finden Sie die im Gemeindevorstand gezeigte Präsentation über den aktuellen Status im Projekt Lederermayerhaus.

Der Tod und die Buhlschaft zu Gast in Unterach

An drei August-Wochenenden wurde im Lederermayerhaus im Rahmen eines so genannten „Sommerfrische Pop-ups“ Mode, Kunst und Kulinarik geboten. Der deutsche Schauspieler Peter Lohmeyer, der seit 2013 beim Salzburger Jedermann den Tod spielt und auch als Maler aktiv ist, stellte seine Bilder aus. Heidi Mayrhofer (zuppa.at) sorgte für das leibliche Wohl und Barbara Langl (whenisnow.at) verkaufte ihre selbstgemachten Puppen und Accessoires.

Peter Lohmeyer ist im aktuellen Jedermann-Ensemble der dienstälteste Schauspieler. Bereits das achte Jahr in Folge spielt er den Tod. Die Freizeit während der Festspielsaison verbringt er zumeist am Attersee, wo er im Laufe der Jahre Freunde gefunden und viele Orte liebgewonnen hat.

Auf der Suche nach einer geeigneten Location für eine temporäre Ausstellung seiner Bilder nahm Lohmeyer Kontakt mit Thomas Scheichl, dem Obmann des Unteracher Tourismusvereins, auf, der ihm das renovierungsbedürftige Lederermayerhaus vorschlug. Trotz des desolaten Zustandes des Gebäudes zeigte sich Lohmeyer vom knapp 300 Jahre alten Bauernhof gegenüber des Unteracher Gemeindeamtes begeistert.

Gemeinsam mit zwei befreundeten Wienerinnen organisierte Lohmeyer einen so genannten „Sommerfrische Pop-up“, ein kurzfristiges und provisorisches Event, das im August an drei Wochenenden stattfand und bei dem neben Lohmeyers-Bilder auch Mode, Handwerk und Kulinarik dargeboten wurde.

Bei der Eröffnung des „Sommerfrische Pop-up“ am 7. August war das Staunen groß, als auch Burgschauspielerin Cornelia Peters mit von der Partie war. Peters ist schließlich nicht nur eine der besten Schauspielerinnen, die das deutschsprachige Theater aktuell zu bieten hat, sondern sie spielt heuer beim Jedermann auch erstmals die Buhlschaft und ist spätestens seither auch weniger Theater affinen ÖsterreicherInnen ein Begriff.

Und so war alles bereitet für drei erfolgreiche „Pop-up Wochenende“, die am 22. August ihren Abschluss fanden: Prominente Gäste, ein attraktives Angebot, gutes Wetter und das im wunderbaren Ambiente des Lederermayerhauses, das sich auch über den einen oder anderen (dringend benötigten) Spendenbeitrag freuen durfte.

Erfolgreiche Weihnachtsfeier

Die kleine gemütliche Weihnachtsfeier im Lederermayerhaus am Freitag vor Heiligabend war wieder ein voller Erfolg. Die gemeinsame Feier brachte einen Ertrag von mehr als 1.500 Euro, die am Spendenkonto verbucht werden konnten.

Herzlichen Dank allen Besucherinnen und Besuchern und insbesondere den Musikerinnen und Musikern sowie den Vortragenden, die bei frühlingshaften Temperaturen für eine stimmungsvolle Feier sorgten. Großen Anklang fand auch die Krippenausstellung, die in der historischen Bauernstube im ersten Stock des Lederermayerhauses zu besichtigen war.